Gelassen in der Schule. Stressbewältigung für Kinder.
In dem Präventionskurs „GELASSEN IN DER SCHULE. STRESSBEWÄLTIGUNG FÜR KINDER“ geht es darum, frühzeitig einen angemessenen Umgang mit Stresssituationen zu erlernen, damit sich ungünstige Strategien zur Stressbewältigung möglichst gar nicht erst ausbilden. Das Grundschulalter bietet sich dazu an, weil schon erste Erfahrungen mit Stress bestehen und weil gleichzeitig das Verhalten noch relativ gut beeinflussbar ist, so dass man angemessene Strategien zum Umgang mit Stress etablieren kann.
Stresserleben ist von einer Vielzahl individueller Charakteristika und situationsspezifischer Umweltmerkmale abhängig. Eine erfolgreiche Stressbewältigung setzt die Verfügbarkeit eines breiten Spektrums potenzieller Copingstrategien mit problemlösender und emotionsregulierender Funktion voraus.
10 x 90
Min.
65,00 €
6,50 €
pro Einheit
8 bis 12
Jahre
Ja
Elterninformationsveranstaltung
Elternabend
Bausteine der Sitzung:
Kennenlernen
Stressmodell „Stresswippe“
Ruhepausen
Positive Selbstinstruktion
Eigene Stressreaktionen
Auflockerung
Stresssituationen
Bewältigungsstrategien
Sich über Stress mitteilen
Spielen/Spaß haben als Bewältigungsstrategie
Rückblick
Hausaufgaben
Aus den Zielen werden Kursbausteine hergeleitet. Die Bausteine orientieren sich am transaktionalen Stressmodell von Lazarus.
Zu den palliativen Strategien gehört das Wissen um die Bedeutung von Entspannung, Ruhe, Erholung und Abwechslung als Belastungsausgleich. Das Gespräch mit anderen, das Ablehnen von Verpflichtungen und die positive Selbstinstruktion sind den instrumentellen Strategien zuzuordnen.
Stressmodell von Lazarus in seinem Umfang und in seiner Komplexität von Kindern im Grundschulalter nicht zu erfassen ist. Eine Vereinfachung dieses Modells soll deshalb die gemeinsame theoretische Grundlage des Trainings bilden: In Form einer Wippe werden die Zusammenhänge zwischen Stresssituationen, Stressreaktionen und Bewältigungsstrategien veranschaulicht.
Im Laufe des Trainings wird die Wahrnehmung von potenziellen Stresssituationen geschärft, und die Kinder lernen neue Stressbewältigungsstrategien kennen. Dabei wird bei der Erarbeitung von Stressbewältigungsstrategien auf die Erfahrung der Kinder zurückgegriffen.
Eine altersangemessene didaktische Umsetzung für die Erprobung und Bewertung von Copingstrategien bieten das Rollenspiel und verhaltensbezogene Hausaufgaben. Durch die konkrete Umsetzung der neuen Strategien soll das Wissen über Stress und Stressbewältigung um Erfahrungen mit der Handlungsrealisation ergänzt werden.
Um allzu lange Phasen der Konzentration zu vermeiden, werden die Sitzungen durch Bewegungsspiele aufgelockert. Bei der Einführung dieser Auflockerungsübungen sollte der Zusammenhang mit dem Trainingskontext „Stress“ deutlich werden („Was wir gerade gemacht haben, war ja ganz schön anstrengend. Deshalb machen wir jetzt ein Spiel, um neue Kraft zu schöpfen“).
Effektive Stressbewältigung hängt allerdings nicht allein von den Kindern ab und deshalb sollen auch die Eltern an diesem Stressbewältigungsprogramm für Kinder beteiligt werden. An zwei Elternabenden werden das transaktionale Stressmodell von Lazarus und die Stresswaage vorgestellt. Die Wahrnehmung der Eltern für Stresssymptome und potenzielle Stresssituationen soll geschärft werden. Darüber hinaus lernen die Eltern die Bewältigungsmöglichkeiten, die mit den Kindern erarbeitet werden, kennen.
Das Stresskompetenztraining kann Kindern zum einen Anregungen und Hilfestellungen zu einer adäquaten Bewältigung in akuten Belastungssituationen geben. Zum anderen kann es die Kompetenz der Kinder für die Bewältigung zukünftiger Stresssituationen fördern. Daraus ergeben sich zwei Richtziele für das Training:
1.Die Kinder bewältigen akute Stresssituationen nach dem Training effektiver.
2.Die Kinder sind auf zukünftige Stresssituationen vorbereitet.
Bevor Möglichkeiten der Stressprävention und Stressbewältigung thematisiert werden können, müssen Kinder in einem ersten Schritt verstehen, welche Faktoren das Stressgeschehen bestimmen und welche Ressourcen ihnen für eine Beeinflussung zur Verfügung stehen. Dieses Wissen über Stress fordert eine differenziertere Bewertung potenzieller Stresssituationen und kann sich daher positiv auf das aktuelle Stresserleben auswirken.
In diesem Training sollen mit den Kindern Stresssituationen und die diese begleitenden Gedanken, Gefühle und Reaktionen erarbeitet werden. Der Trainingsleiter und die Kinder sollen sich dabei auf ein gemeinsames Stresskonzept beziehen, in das sie die Inhalte des Trainings einordnen können.
In einem weiteren Schritt sollen die Kinder verschiedene Stressbewältigungsstrategien kennenlernen. Denn das Risiko, durch Stress überfordert zu werden, sinkt mit zunehmender Flexibilität in der Anwendung von Bewältigungsstrategien. Das Wissen um eigene Ressourcen zur Stressbewältigung impliziert allerdings nicht jene Fähigkeiten, die für eine Änderung des Verhaltens in stressbezogenen Transaktionen notwendig sind. Um solche Fähigkeiten zu erwerben, werden die neuen Kenntnisse während des Trainings in aktives Handeln umgesetzt und ihre Anwendung wird erprobt und bewertet.
Wichtig für den Erfolg dieses Trainings ist vor allem die Schaffung einer angenehmen Lernatmosphäre, die die Kinder motiviert, offen über ihre eigenen Gefühle, ihre Stresserlebnisse und ihre Strategien zu sprechen und die dazu führt, dass die Kinder gern zu den einzelnen Trainingssitzungen kommen.
Zielgruppe sind Kinder, die aktuell durch Stress belastet sind oder die in Zukunft primärpräventiv von einem solchen Training profitieren können. Auswahlkriterium für die Teilnahme ist in erster Linie die Anmeldung der Kinder durch ihre Eltern.
Für den reibungslosen Ablauf ist darüber hinaus eine gewisse Gruppenhomogenität bezüglich der kognitiven Entwicklung zu fordern.
Die Beteiligung der Kinder an den Sitzungen und an einzelnen Übungen und Spielen ist freiwillig. Dem Training geht eine Elterninformationsveranstaltung voraus und es wird durch zwei Elternabende nach der ersten und letzten Sitzung des Kindertrainings begleitet.