Pilates - DPV e.V. Standardisiertes Konzept

Geschlossener Kurs Das klassische Pilates-Training, benannt nach dem Deutschen Joseph H. Pilates (1883-1967) ist ein umfassendes Ganzkörpertraining mit eigenem Körpergewicht am Gerät oder auf der Matte. Im vorliegenden Kurs „Basisübungen Pilates“ wird ausschließlich auf der Matte trainiert. Im Pilatestraining werden Übungen in einem Ganzkörper-Mattentraining mittels eigenem Körpergewicht trainiert. Dabei wird insbesondere Wert auf einen natürlichen Bewegungsfluss sowie die korrekte Ausführung der Übungen (Qualität vor Quantität gelegt). Es werden bestimmte Übungen aufeinander systematisch aufgebaut. Dabei wird von Stunde zu Stunde Kraft und Beweglichkeit aufgebaut- insbesondere der Rumpfmuskulatur („Powerhouse“). Fokus liegt auf den kleinen stabilisierenden Muskel. Daher wird mittels des Kurses auch direkt die Haltung der Teilnehmer verbessert. Zudem trainiert Pilates die Koordination, Atmung und Entspannung.
10 x 60
Min.
160,00 €
16,00 €
pro Einheit
18 bis 69
Jahre
Nein
Die Teilnehmer eignen sich in den Kurseinheiten die Grundprinzipien des Pilatestrainings in Theorie und Praxis an zu einer verbesserten Körperwahrnehmung. Dabei gibt es eine allgemeine Bewegungs- und Haltungsschulung, die tiefe Brustkorbatmung mit Lippenbremse wird zur Aktivierung der tiefen Atmung gelehrt und damit auch die Entspannungsfähigkeit gefördert. Weiterhin werden die Basisübungen im Kursverlauf intensiviert und verinnerlicht. Dabei gibt es spezifische Bewegungs- und Haltungsschulungen (Beckenpositionierung, Schulterblattstellung etc.). Die Ansteuerung insbesondere der Rumpfmuskulatur wird verbessert und ein Fokus auf den Bewegungsfluss und die Automatisierung der Übungen gesetzt. Eine Stunde ist dabei von einem Vortrag durch den Übungsleiter oder durch die Selbsterfahrung zur Erlangung von Hintergrundwissen der jeweiligen Stunde eingeleitet. Durch das Vormachen und Nachmachen sowie die Methoden zur Umsetzung detailgenaue Korrektur im Pilates verknüpft sich die gelernte Theorie mit unmittelbarer Selbsterfahrung und führt so zu einer verbesserten Körperselbstwahrnehmung. Es werden explizite Übungen für das Eigentraining zu Hause mitgegeben.
Zu Beginn gibt es jeweils eine kurz Begrüßungsrunde, wo auch die Anwesenheiten in der Teilnehmerliste dokumentiert werden. Als Informationsphase schließt sich jeweils die Wissensvermittlung der jeweiligen Stunde an. Dabei wird das Stundenthema häufig in einem kurzen Vortrag des Lehrenden oder durch eine Demonstration des Lehrenden bzw. eines freiwilligen Schülers (z.B. Schulterposition) eingeleitet. Zur Aufwärmung werden anschließend Cardio-Übungen vorgemacht und durch die Teilnehmer nachgeturnt. Der praktische Schwerpunkt ist vor allem durch das verbale Anleiten und Vormachen/ Nachmachen geprägt. Die Korrektur der praktischen Übungen erfolgt verbal oder bei Einverständnis des Teilnehmers auch per Hands-On-Korrektur. Durch die detaillgenaue Korrektur wird der maximale Trainingserfolg für jeden Einzelnen sichergestellt
Das Programm basiert auf den sechs Kernzielen des Gesundheitssports (GKV, Leitfaden Prävention, 2017, S.50). 1) Stärkung physischer Gesundheitsressourcen (insbesondere die Faktoren gesundheitsbezogene Fitness, Ausdauer, Kraft, Dehn-, Koordinations-, Entspannungsfähigkeit): Pilates zielt als Ganzkörpertraining mit dem eigenen Körpergewicht sowohl auf Fitness als auch auf Kraft ab. Da es zum Aufwärmen einen kurzen Cardioteil gibt und im Laufe der Stunde alle Übungen im Bewegungsfluss die ganze Stunde durchgeturnt werden, wird ebenfalls die Ausdauer trainiert. Zusätzlich beinhalten die Pilatesübungen auch Dehnelemente. Da der Teilnehmer die gesamte Stunde seine Konzentration auf seinen Körper mit Atmung und korrekter Bewegungsausführung legt, wird ebenfalls die Entspannung angesprochen. Diese wird explizit zum Beginn und Ende der Stunde eingebaut, ist jedoch latent während des gesamten Unterrichts vorhanden. Koordinative Komponente gibt es ebenfalls, da die Bewegungen von Rumpf, Armen und Beinen korrekt aufeinander abzustimmen sind. Jede Bewegung wird aus einer starken Mitte (dem „Powerhouse“) begonnen. 2) Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen (insbesondere Handlungs- und Effektwissen, Selbstwirksamkeit, Stimmung, Körperkonzept, soziale Kompetenz und Einbindung): Die Pilatesübungen vermitteln eine korrekte Haltung (Schultern, Becken etc.) und können anhand der Teilnehmerunterlagen eigenständig zu Hause ausgeübt werden. Teilnehmer lernen Stück für Stück ihren eigenen Körper wieder besser wahrzunehmen und Schmerzen entgegenzuwirken mittels der erlernten Übungen. 3) Verminderung von Risikofaktoren (insbesondere solche des Herz-Kreislauf-Systems sowie des Muskel-SkelettSystems): Durch korrekt angeleitetes Üben erlernen Teilnehmer eine grundlegende Verbesserung falscher Bewegungsgewohnheiten und stärken insbesondere das Muskel-Skelett-System. Risikofaktoren und Rückenschmerzen wird aktiv vorgebeugt. 4) Bewältigung von psychosomatischen Beschwerden und Missbefindenszuständen: Durch das Training lernen die Teilnehmer wieder den Körper bewusst wahrzunehmen (Konzentration auf korrekte Ausübung, Atmung etc.) und sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren. Nach dem Training sind die Teilnehmer ausgeglichener und entspannter. 5) Aufbau von Bindung an gesundheitssportliche Aktivität und Motivation zur Selbstverantwortung: Durch das positive Bewegungserlebnis in der Gruppe, das verbesserte Körpergefühl und die ersichtlichen Steigerungen bei der Bewegungsausführung bauen Teilnehmer die Übungen in den Alltag ein. Befähigt werden Sie sowohl durch den Trainer als auch durch die bereitgestellten Teilnehmerunterlagen. 6) Verbesserung der Bewegungsverhältnisse (u.a. durch den Aufbau kooperativer Netzwerke beim Zugang zu einer gesundheitssportlichen Aktivität und bei deren Weiterführung): Weiterführende Kurse z.B. mit den Pilates-Kleingeräten oder an den Pilates-Großgeräten sollen das Interesse wecken, das Erlernte weiter zu vertiefen.
Versicherte mit speziellen Risiken im Bereich des Muskel-Skelett-Systems ohne behandlungsbedürftige Erkrankungen (wie bspw. Akuter Bandscheibenvorfall) • Bewegungsmangel • Einseitige Haltungen im Beruf und Alltag • Risiko für Auftreten/ Chronifizierung von Rückenbeschwerden • Ohne Erfahrungen/ Vorkenntnisse im Pilatestraining • Bewegungseinsteiger/- wiedereinsteiger Daher ist die Altersspanne auch bewusst großzügig gewählt, da inzwischen auch immer mehr junge Patienten über Rückenschmerzen klagen (z.T. bedingt durch die moderne sitzende Arbeitswelt) Da bei den Übungen auch gut Varianten vermittelt werden können müssen nicht alle Teilnehmer auf dem gleichen Fitnesslevel sein. Dennoch werden die Kursteilnehmer möglichst altershomogenen Gruppen zugeordnet.