SKOLL-SPEZIAL - Selbstkontrolltraining für den gesundheitsgerechten Umgang mit Alkohol
Das Selbstkontrolltraining SKOLL-SPEZIAL bietet erwachsenen Männern und Frauen die Möglichkeit, sich mit ihrem riskanten Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt des Trainings steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Lebensbezügen, unabhängig von Alter und Geschlecht.
Das Selbstkontrolltraining SKOLL-SPEZIAL ermöglicht eigene Problemlösungsstrategien im Umgang mit Risiko-, Stress- und Belastungssituationen zu entwickeln. In 10 Trainingseinheiten werden die Wahrnehmung und Reflexion problematischer Strukturen ermöglicht, eingeengte Denk- und Lebensmuster eröffnet, Risikobewusstsein und Eigenverantwortung gefördert. Eine Kombination aus Wissensvermittlung, praktischem Training und Selbstmanagementtechniken zeichnet das Training aus. Das Training umfasst 10 Einheiten, die im wöchentlichen Turnus durchgeführt werden. Die Dauer eines Treffens beträgt 90 Minuten.
Vor dem Training findet ein Informationstreffen statt und die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit wird erwartet.
10 x 90
Min.
180,00 €
18,00 €
pro Einheit
Ab 18
Jahre
Ja
Die einzelnen Einheiten von SKOLL-SPEZIAL wurden auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse aus der dreijährigen Bundesmodellphase entwickelt und erarbeitet. Das Konzept wird seit der ersten Anerkennung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention mit Beginn des Jahres 2015 gelehrt. Die Teilnehmenden erhalten eine alltagsnahe Anleitung zur Überprüfung und Regulation ihrer Konsum- und Verhaltensmuster, die über die Dauer der Maßnahme hinaus als persönliches Selbststeuerungsprogramm (Selbstmanagement) weiterhin angewendet werden kann. Die persönliche Weiterentwicklung des Einzelnen kann so auch nach Trainingsende fortgesetzt werden. Die Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmenden wird stets betont.
Folgende thematische Schwerpunkte werden erarbeitet:
1. Kennenlernen: Einstieg in das Training, Kennenlernen der Gruppe, eigene Motive, Aufklärung über die gesundheitlichen Wirkungen des Alkohols, Grenzwerte und das Erfassen ambivalenter Gefühle
2. Trainingsplan: Zielformulierung, Erstellen eines individuellen Trainingsplanes unter Berücksichtigung eines gesundheitsgerechten Umgangs mit Alkohol
3. Risikosituationen: Erkennen von internen und externen Risikosituationen, negative Wechselwirkungen von Alkohol und Nikotin, Ermitteln individueller Lösungsansätze, Vermittlung von Zusammenhängen zu den jeweiligen Konsummustern
4. Stressmanagement: Analyse individueller Stresssituationen und die Thematisierung des Erleichterungstrinkens sowie die Entwicklung gesünderer Strategien im Umgang mit Stress
5. Soziales Netzwerk: Analyse von unterstützenden und belastenden Situationen in sozialen Gruppen, Einüben des Umgangs in schwierigen Beziehungen, Aufbau von neuen sozialen Kontakten
6. Hilfreiche Gedanken: Analyse des Zusammenhangs von Gedanken, Gefühlen und Verhalten, Entwicklung von hilfreichen Gedanken im Bezug auf gesundheitsförderliches Verhalten, Stärkung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung
7. Rückschritte/Krisen: Erarbeitung einer möglichen Rückschrittskette und deren Neuausrichtung zur Krisenbewältigung ohne Alkohol, Krisenplanentwicklung
8. Konflikte: Vermittlung und Übung von Konfliktanalyse und -bewältigung
9. Freizeitgestaltung: Austausch über die individuelle Freizeitgestaltung, Sammeln von alternativen Freizeitmöglichkeiten, Finden positiver Energiequellen, Möglichkeiten der alkoholarmen bzw. alkoholfreien Freizeitgestaltung
10. Rituale: Erläuterung von Ritualen im Bezug auf den Alkoholkonsum, Identifizieren von förderlichen und hinderlichen Ritualen bzgl. der angestrebten Ziele, Übergabe von weiteren Unterstützungsmöglichkeiten, Übersicht über einen gesundheitsverträglichen Umgang mit Alkohol, Abschluss des Trainings
Grundlagen bilden die methodischen Prinzipien der Motivierenden Gesprächsführung (Miller & Rollnick 1992) und die sechs Grundregeln des Selbstmanagementvorgehens aus dem Bereich der Kognitiven Verhaltenstherapie (Kanfer, Reinecker, Schmelzer, 1996).
Zusätzlich werden die in der Suchtprävention bewährten psychoedukativen Verfahren sowie strukturierte Wissensvermittlung und die Interaktionelle Methode der Suchttherapie zur Steuerung der Gruppendynamik angewandt. Die Module umfassen jeweils mehrere aufeinander abgestimmte Methoden:
• Gesundheitsinformation sowie Reflexionsübungen und Selbstanalysen über bedingende, auslösende und verstetigende Faktoren und ihre Interaktion bei der Entstehung von Alkoholabhängigkeit
• Gesundheitsinformation über Konsumwirkungen (bes. soziale) und Abhängigkeitssymptome (insbesondere Muster riskanten Konsums)
• individuelle Ableitung von Zielsetzungen
• Protokolle und Hilfen zur Selbstbeobachtung und -kontrolle in Alltagssituationen, die jeweils eingeübt und zwischen den Sitzungen überprüft werden
• Strukturierte Reflexion des eigenen, individuellen Konsumverhaltens
• Umgang mit besonders belastenden, riskanten Situationen und Verhaltensmöglichkeiten, mit Rollenspielen und Überlegungen zur Umgestaltung von Risikofaktoren im sozialen Umfeld
• Bestandsaufnahme eigener Ressourcen und Verbesserung von Kohärenzerleben und gesundheitsbezogenen Kontrollüberzeugungen (Selbststeuerungsüberzeugung) und Hinweis auf Möglichkeiten zur erfolgreichen Umgestaltung von Alltagsbedingungen und Verhaltensmustern
SKOLL-SPEZIAL fördert den gesundheitsgerechten Umgang mit Alkohol und zielt auf die konkrete Bearbeitung und Verminderung von riskanten Verhaltensmustern als Ausdruck tieferliegender Lebens- und Gesundheitsprobleme ab, die zu späteren Suchterkrankungen führen könnten.
Die Reduzierung des Alkoholkonsums, die Sensibilisierung für einen risikoarmen Konsum sowie die Förderung einer Motivation zur Abstinenz in relevanten Situationen (z. B. bei Schwangerschaft, im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz, im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten) haben einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und auf die gesellschaftliche Teilhabe.
SKOLL-SPEZIAL vermittelt ein Bewusstsein für gesundheitliche Risiken von Alkohol und daraus resultierende negative Konsequenzen.
SKOLL-SPEZIAL motiviert zur Substanzreduktion. Durch die prozessuale Intervention und durch die Auseinandersetzung in der Gruppe wird eine dauerhafte Reflexion gefördert, durch die der Konsum von Alkohol stabilisiert, reduziert oder ganz aufgegeben werden kann. Das Programm passt sich also individuellen Bedarfs- und Risikolagen an, vermeidet dadurch Entmutigung und Abschreckung und motiviert zur Umsetzung machbarer Schritte und Ziele.
SKOLL-SPEZIAL unterstützt damit die Reflexion des eigenen Verhaltens.
SKOLL-SPEZIAL baut Kompetenzen auf, die eigene Gesundheit zu beobachten, Risikoverhalten zu erkennen und gesundheitsgerechte Problemlösungsstrategien zu stärken. Ausgangspunkt ist die Analyse der individuellen Belastungen und Reaktionsmuster. Die betroffenen Erwachsenen sollen zu Experten ihres Konsumverhaltens werden.
Durch die neu gewonnenen Erkenntnisse treten nachhaltige Veränderungen ein. Die Teilnehmenden erhalten eine alltagsnahe Anleitung zur schrittweisen Konsumreduzierung von Alkohol, die über die Dauer der Maßnahme hinaus als persönliches Selbststeuerungsprogramm (Selbstmanagement) weiterhin angewendet werden kann.
SKOLL-SPEZIAL trainiert und stabilisiert neue Problemlösungen, unterstützt die Teilnehmenden durch Selbstmanagementmaterialien in den einzelnen Einheiten und bietet zur Nachhaltigkeit ein Nachtreffen sowie Möglichkeiten zur gezielten Nachbetreuung (z. B. Beratung) an. Module und Materialien sind stark auf die einzelnen Teilnehmenden zugeschnitten, bzw. diese können sie anpassen, und ihre Erfahrungen stehen im Mittelpunkt jeder Sitzung. Dadurch unterstützen sie die Suche nach individuellen Belastungen, Ressourcen, Problemlösungen und Wegen zur Substanzreduktion.
SKOLL-SPEZIAL hat einen gesellschafts-, sozial- und zielgruppenübergreifenden Ansatz. Die Zielgruppe sind Erwachsene (ab dem 18. Lebensjahr), die einen problematischen Alkoholkonsum und daraus resultierende körperliche und/oder psychische gesundheitliche Risiken aufweisen. Sie müssen über die Bereitschaft und die Fähigkeit verfügen, ihr problematisches Verhalten zu reflektieren und sich auf das Gruppentraining einzulassen.